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Ich kaufe einen Bus bei SP-Fahrzeuge in Frankfurt

Seit Mai 2019 recherchiere ich Busmodelle, die mir gefallen. Ich wollte einen Oldtimer weil die neuen Modelle keinen Charme haben (und wegen der günstigeren Steuer und Versicherung). Sollte es ein Diesel sein, müsste ich mir keine Gedanken um Umweltzonen machen. Mit meinem Führerschein darf ich nur bis 3,5t fahren. Ein UAZ Buchanka hätte mir auch als Neuwagen gefallen, allerdings hatte ich mir ein Preislimit von 8000€ gesetzt. Dafür wollte ich etwas, das ich nicht nach zwei Jahren komplett restaurieren muss, da ich gerade erst meine Mini Restauration abgeschlossen hatte. Mercedes Düsseldorfer oder Bremer, VW LT und Toyota HiAce kamen in die engere Auswahl. Die DüDo’s schieden schnell aus wegen der zulässigen Gesamtmasse.

Die Firma SP Fahrzeuge hat sich auf den Verkauf von ausgemusterten Feuerwehren spezialisiert. Es gab mehr als ein ärgerliches Vorkommnis beim Kauf des Busses. Ich möchte nicht, dass themenfremde Elemente wie meine Partnerwahl, mein Lebenswandel oder mein Geschlecht als Aufhänger für ein Verkaufsgespräch genutzt werden. Die Kommunikation hätte ich mir von Seiten des Händlers proaktiver gewünscht. Wenn Versprechungen wie Leistungs- oder Terminzusagen nicht eingehalten werden können, und das kam mehrfach vor, dann möchte ich das nicht erst erfahren, wenn ich nachfrage. Wer die Details lesen möchte darf sich gerne den folgenden Bericht durchlesen:

In meiner Nähe gab es einen Händler, der sich auf den Verkauf von ausgemusterten Feuerwehren spezialisiert hatte, so verliebte ich mich in die Idee eine Heckrollo haben zu wollen. Nach mehrfachen Besuche bei SP Fahrzeuge (damals noch in Büttelborn) bat ich darum für mich einen Mercedes Bremer oder einen VW LT zu finden. Per WhatsApp habe ich sporadisch alle paar Wochen nachgefragt.

Ende des Jahres habe ich mir einen Bus bei SP Fahrzeuge angeschaut, der umfangreiche Blecharbeiten benötigt hätte, um den (ich zitiere) „tipitopi Zustand“ zu haben, den mir der Verkäufer bieten wollte. Frontbleche, Türkanten und Radläufe waren arg befallen. Als ich das im Verkaufsgespräch erwähnte schaute er sich den Bus selbst noch einmal an und machte einen Rückzieher (inkl. Schuldzuweisungen in Richtung eines Mitarbeiters in meiner Anwesenheit) mit dem Versprechen ein besseres Fahrzeug für mich zu finden.

Mitte Januar 2020 schaute ich mir den Mercedes 310 an, den ich nun mein Eigen nennen kann. Im Juli würde er 30 Jahre alt werden und ein H-Kennzeichen bekommen. Es waren kleinere Blecharbeiten nötig, das Feuerwehr Equipment musste raus, eine Hohlraumversieglung war auch Teil des Angebotes und alle Flüssigkeiten und Filter würden neu gemacht. Für 7800€ haben wir das per Handschlag besiegelt.
Mit dem Versprechen mich mit Fotos der Arbeiten an dem Fahrzeug auf dem Laufenden zu halten verabschiedete ich mich und zog im folgenden Monat nach Hamburg um.

Ende April, habe ich mich erkundigt, ob es einen Zeitplan gibt. Die Antwort lautete: „wird nächste Woche in die Werkstatt gebracht. Melde mich dann umgehend.“. Mitte Mai frage ich, ob es schon Bilder gibt. Die Antwort lautet: „Nö, hat sich auf Grund der Coronavirus Hysterie einiges verändert (…) “ (man bemerke die wiederholte Schuldzuweisung) und bietet mir an mir ein paar Busse anzuschauen, ich sei ja aus der Umgebung. Im anschließenden Telefonat stellt sich heraus, dass sich der Verkäufer (er nennt sich selbst Adam) schlicht vergessen hat, dass ich mittlerweile nicht mehr bei Frankfurt wohne (wohin die Firma SP Fahrzeuge mittlerweile umgezogen ist). Es bleibt bei dem mir zugesagten 310. Um es nachvollziehbarer zu machen was wir telefonisch besprochen haben schreibe ich ihm das Ganze noch einmal per WhatsApp, damit er und ich nachlesen können. Ich bekomme, wenn alles fertig ist alle nötigen Unterlagen per Post, kann das Fahrzeug dann in Hamburg zulassen und mit den Nummernschildern im Gepäck mit dem Zug nach Frankfurt kommen. Anfang Juni frage ich erneut nach wie der Stand ist. Ich möchte meine Reise planen, da ich nicht auf direktem Weg heim fahren möchte, sondern noch ein wenig Urlaub im Bus machen möchte. Am 10.6. (in 6 Tagen) soll er nun in die Werkstatt kommen und ich solle davon ausgehen, dass wir uns in 3 Wochen sehen. Ich lasse mir ein wenig Zeit und kümmere mich um einen Termin auf der Zulassungsstelle, nur um festzustellen, dass das zwei Wochen Vorlauf braucht. Am 6.07 bekomme ich einen Termin. Das Zugticket kaufe ich für den 7.7. denn das kostet die Hälfte, wenn ich früh buche. Mittlerweile wird es (und jedes Mal frage ich nach, unaufgefordert kommt keine Information bei mir an) deutlich, dass es knapp wird mit dem Termin. Ich sichere mir schon einmal einen neuen Termin auf der Zulassungsstelle… nur für den Fall. Er sagt mir den Versand der Unterlagen per Express zu: „Das wird schon passen, versprochen. Haben genug Zeit“. Der Termin verfällt, die Zugtickets bleiben ungenutzt und am 9. kommt die Info: „Fahrzeug ist fertig, heute wird geprüft“. Telefonisch erfrage ich, ob der neue Termin gehalten werden kann. Ein weiteres Versprechen. Wieder Zugtickets kaufen. zwei Tage vor dem Zulassungstermin frage ich nach, wann er die Post denn eingeworfen hat, es sein noch nichts angekommen. Die Antwort: „Ne, war leider das falsche Fahrzeug (…)“. Die Bremsen wurden bemängelt. Das zweite Zugticket verfällt. Meine Urlaubspläne werden wiederholt verschoben, ich kann niemandem zusagen wann ich da und wann ich weg bin. Das war sehr unangenehm und frustrierend. Er verspricht mir die Post geht Montag raus. Ich hatte schon im wöchentlichen Rythmus Termine auf der Zulassungsstelle reserviert. Keine Post kommt an. Zwei weitere Anfragen später bekomme ich einen Beleg für ein Einwurfeinschreiben. Schuld ist diesmal ein Kollege, der den Brief hätte einwerfen sollen, es aber nicht getan hat. Telefonisch hatte ich schon einmal angemerkt, das nicht nur die verfallenen Zugtickets sondern auch überflüssige Garagenmieten anfallen. Sehr entgegenkommend sagte er, er würde dafür aufkommen. Als ich ihm wie gewünscht die Zugtickets und den Mietvertrag als Kopie schicke, kommt eine aufgebrachte Antwort. Er könne mir auch Rechnungen vorweisen, er mache ein Minusgeschäft, er könne den Wagen sofort für 9000€ jemand anderem verkaufen, aber er halte sein Wort. Das Virus sei Schuld. 7850€ seinen sein letztes Angebot. Zur Erinnerung, der abgemachte Preis waren 7800€.

Das hat mich Nerven gekostet.

Bei der Abholung am 11.8. steht der Bus gerade auf der Hebebühne und es wird am Auspuff geschweißt. Die Hohlraumversiegelung fehlt. Es dauert zwei Stunden (prophezeit waren 30 Minuten, aber mir war klar, dass das völlig unrealistisch ist) um das spontan nachzuholen. Beim späteren Demontieren der Innenverkleidung der Türen fand ich nicht das Maß an konservierendem Material, das ich erwartet hätte. Hier muss ich allerdings zugeben, ich kenne mich vielleicht nicht gut genug aus, um festzustellen, ob das fachgerecht ausgeführt wurde oder ob der Situation geschuldet geschludert wurde. Später fällt mir auf, dass TÜV relevante Dinge wie ein Warndreieck und Ersatzreifen fehlen. Letzteren hole ich zu einem späteren Zeitpunkt noch ab.